Gewinnung einer Astronomischen Aufnahme...

  

Ablaufprotokoll bei der Gewinnung einer Astronomischen Aufnahme mit einer DSLR

Vorbereitende Tätigkeiten / Zielobjekt auswählen:

1. Anschließen der Kamera mit Filter und Korrektor am Teleskop. Ausbalancieren (Teleskop/Gegengewichte). Taukappenbeheizung einschalten.

2. Montierung nach Polaris ausrichten, GoTo-Steuerung einrichten.

3. Drei-Sterne Alignment durchführen.

4. Focus mit Hilfe einer Bahtinov-Maske einstellen (diesen stündlich überprüfen).

5. Zielobjekt mit GoTo anfahren.

6. Mit dem Lacerta M-GEN Stand Alone Autoguider (oder einem ähnlichen Autoguider) einen Leitstern finden und Guiding einschalten.

7. Belichtungsserie starten.

 

Erstellen von RAW-Bildern / Ablaufprotokoll:

8. Lights: Mit z.B. einer EOS60Da plus CLS oder IDAS-LP2-Filter im RAW-Format bei ISO800 bei einer  Belichtungszeit von 300 Sekunden über mehrere Stunden hinweg Aufnahmen erstellen. Stündlich den Focus kontrollieren.

9. Darks: Direkt im Anschluss werden die Darks erstellt. Hierzu die Optik lichtdicht verschließen. Wichtig: Aufnahmen erstellen bei gleichem ISO-Wert, gleicher Belichtungszeit, gleicher Sensortemperatur (deshalb zeitnah, eventuell wenn Wolken aufkommen zwischenschieben) sowie gleiche Aufnahmeanzahl wie bei den Lights.

10. Montierung im Hibernate-Modus parken (Alignement bleibt erhalten).

11. Flats: Mit Hilfe einer Flatfieldfolie später Flats erzeugen. Die Kamera darf dazu nicht verdreht werden. Focus muss gleich bleiben. Gleicher ISO-Wert und gleiche Aufnahmeanzahl wie bei den Lights.

12. Bias: Erstellen von Biasaufnahmen (optional). Dazu die Optik lichtdicht verschließen. Gleichen ISO-Wert und Anzahl wie bei den Lights jedoch die kürzestmögliche Verschlusszeit an der Kamera einstellen (z.B. 1/4000 Sekunde). Bias werden nicht immer benötigt.

 

Verarbeiten der gewonnenen Aufnahmen in Fitswork (ohne Bias) – 1. Weg:

13. In Fitswork (F6 drücken) mit der Einstellung Sigma-Funktion aus den Darks (Dunkelbilder) ein Master-Dark generieren.

14. Von den Flats (Hellbildern) sowie wenn nötig von den Bias ebenfalls ein Master erstellen.

15. Bei den Einstellungen in Fitswork darf unter „Laden-RAW-Bilder Farbinterpolieren“ kein Häkchen gesetzt sein. Für die Farbinterpolation wird eine *.fcm-Datei erzeugt.

16. Erzeugen der *fcm-Datei: Ein einzelnes RAW-Bild der Light-Aufnahmeserie wird in Fitswork geladen. Im Menü - Bearbeiten wird bei Farb-CCD zu RGB-Bild die Bayer-Astro Matrix ausgewählt. Die Einstellungen als (Name).fcm abspeichern (Klick aufs Disketten-Symbol). Fenster schließen.

17. Die Fitswork Batch-Bearbeitung (F5) aufrufen und eine Datei der Lights auswählen (Sinnvoll wenn alle Lights im selben Ortner sind). Haken bei „alle Dateien im Ordner“ setzen. Als Ziel muss nichts eingetragen werden.

Die aufaddierte Datei wird dann später im selben Ordner als Zielbild.fit abgespeichert.

18. Im Batchfenster auf den Pfeil nach rechts klicken um den nachfolgenden Arbeitsschritt vorzugeben. Bild subtrahieren auswählen und dort das zuvor erstellte Masterdark eintragen. Die Hotpixelkorrektur einschalten.

Hinweis: Sollten im Zielbild nach der Addition Streifenbildungen im Hintergrund sein, kann man bei der Dunkelbildkorrektur noch den Temperaturausgleich anwählen.

19. Jetzt folgt das Masterflat. Es wird direkt nach dem Dunkelbildabzug im Batch eingetragen und dividiert.

20. Im nächsten Schritt (Pfeil nach rechts) „FarbCCD nach RGB“ wird die zuvor erstellte (Name).fcm-Datei geladen.

21. Im letzten Arbeitsschritt werden unter „zur Zieldatei addieren“ mindestens 2 oder mehr (M) Sterne, durch Aufziehen eines kleinen Rahmens mit der linken Maustaste, markiert. Als Funktion bietet sich Add oder Sigma an (Sigma entfernt u. a. Strichspuren von Satelliten, dauert in der Berechnung aber länger). Ein Häkchen sollte bei „Normal/Komet“ gesetzt sein.

22. Die Batchverarbeitung wird mit dem START-Button gestartet. Im sich öffnenden Bild müssen dann 2 (oder bei M mehrere) Sterne (weit voneinander entfernt) ausgewählt werden und fortfahren. Am Ende wird das fertige Bild automatisch als Zielbild.fits gespeichert.

23. Zur weiteren Bildverarbeitung in Photoshop ist es sinnvoll das Endergebnis als *.TIFF abzuspeichern.

24. Es folgen nun weitere Bildoptimierungen mit Photoshop CC und PixInsight.

 

Verarbeiten der gewonnenen Aufnahmen, zuerst in Lightroom 5 – 2. Weg:

25.  Alle gewonnen Lights im RAW-Format werden in Lightroom 5 geladen. Mit der Pipette im Entwickeln-Modus wird in einem neutralen (meist rot schimmernden) Hintergrund der Schwarzwert gesetzt und so der korrekte Weißabgleich eingestellt. Alle geladenen Bilder werden in Lightroom 5 nun synchronisiert damit alle Aufnahmen den richtigen Weis-/Schwarzwert (Farbtemperatur) haben.

26. Alle in Lightroom 5 geladenen Bilder mit dem neuen Weißabgleich werden als TIFF in einem separaten Ordner gespeichert.

27. Weiter geht es mit Punkt 17 und 21 bis 24.